Demenz bei Hunden – Wie erkenne ich es bei meinem Hund?

Mit dem Altern des Hundes kommen auch viele gesundheitliche Probleme auf ihn zu. Eine Krankheit, die dabei herzzerreißend sein kann, ist die Erkrankung an Demenz bei Hunden. Die Hunde Demenz ist dabei der Alzheimer Krankheit bei Menschen sehr ähnlich. 

Demenz bei Hunden
Können Hunde Demenz bekommen? Ja, das können sie. Und zwar viel häufiger als man denken würde.

In diesem Beitrag haben wir alles Wichtige für Hundebesitzer zusammengefasst, die den Verdacht haben, dass Ihr Hund eventuell unter Demenz leiden könnte. 

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Hundedemenz?
2. Ab welchem Alter kann Demenz bei Hunden auftreten?
3. Symptome für Demenz bei Hunden
4. Wie wird Demenz bei Hunden diagnostiziert?
5. Wie ist die Behandlung bei Demenz?
6. Wie ist die Lebenserwartung bei Demenz bei Hunden?
7. Was kann ich für meinen Hund tun, wenn er an Demenz leidet?

1. Was ist Hundedemenz?

Hundedemenz beschreibt eine Erkrankung bzw. eine kognitive Störung, die im Zusammenhang des natürlichen Alterungsprozesses des Hundes Auftritt. Durch das Altern werden Gehirnfunktionen durch physikalische und chemische Veränderungen beeinflusst.

Es ist allerdings auch möglich, dass eine Demenz bei Hunden entsteht durch genetische Faktoren oder durch Krankheiten wie Hirntumore oder Hirntrauma.

2. Ab welchem Alter kann Demenz bei Hunden auftreten?

Das Alter dieser Erkrankung variiert unter den verschiedenen Hunderassen. Es ist möglich, dass Demenz bereits ab 7 Jahren auftritt. Häufig ist es jedoch so, dass Demenz bei Hunden ab einem Alter von elf Jahren auftreten kann. Bei etwa 50 % der Hunde über 11 Jahren sind Anzeichen einer Demenz zu erkennen. 

Schätzungen zufolge leiden 68% der Hunde im Alter von 15 Jahren an Demenz. 

3. Symptome für Demenz bei Hunden

Die Demenz bei Hunden kann sich auf verschiedene Arten und Weisen äußern. Dabei gibt es Anzeichen, die typischer sind als andere. Die Symptome der Demenz werden im weiteren Verlauf der Krankheit auffälliger bzw. schwerwiegender. 

Symptome hierbei können sein:

  • Desorientierung und Angst 
  • zielloses wandern (insbesondere bei älteren Hunden)
  • Veränderungen im Verhalten, z.B. im Umgang mit den Hundebesitzern (wie etwa Rückzug)
  • Plötzliches urinieren / Stuhlgang im Haus 
  • Veränderter Schlafrhythmus, z.B. wird tagsüber lange geschlafen und nachts ist der Hund wach
  • Mangel an Selbstpflege
  • Appetitlosigkeit 
  • Anzeichen von Aggression bzw. Reizbarkeit (hierbei ist es wichtig zu beachten, dass diese Reaktionen i.d.R. nicht auf Feindseligkeit zurückzuführen sind, sondern auf Verwirrung oder Angst)
  • Verwirrtheit bei üblichen Routinen, z.B. bei Spaziergängen 
  • Mangelndes Interesse am Spiel
  • Jammern, plötzliches Bellen
  • Auf und ab gehen
  • In die Luft starren 
  • Keine Reaktion auf seinen Namen oder auf Befehle

Bitte beachte, dass so gut wie alle aufgelisteten Symptome für Demenz auch auf andere Krankheiten hinweisen können oder auf Dinge wie Langeweile oder Einsamkeit. Auch neigen einige Hundebesitzer dazu vorhandene Symptome einfach als “alt werden” zu interpretieren. 

Dabei ist eine frühzeitige Erkennung von Demenz bei Hunden wichtig. Wer also den Verdacht hat, dass eine Demenz bei seinem Hund möglich wäre, der sollte dies mit einem Tierarzt besprechen.

4. Wie wird Demenz bei Hunden diagnostiziert?

Eine Diagnose kann nur von einem Tierarzt gestellt werden. Meist wird hierbei versucht andere Krankheiten, auf die die oben genannten Symptome auch hinweisen könnten, auszuschließen. Wurden alle möglichen Ursachen ausgeschlossen, wird meist die Diagnose Demenz gestellt. 

5. Wie ist die Behandlung bei Demenz?

Leider gibt es kein Heilmittel für Demenz bei Hunden. Die Behandlung von Demenz umfasst dabei das Management des Verhaltens und der Umwelt des Hundes, eine veränderte Ernährung und Medikamente. Ziel bei der Behandlung ist es den Verlauf der Krankheit zu reduzieren und somit dem Hund weiterhin eine gute Lebensqualität zu bieten.

Dem Hund sollten verschiedene Möglichkeiten für eine körperliche als auch für eine geistige Stimulation geboten werden. 

Die Umwelt bzw. die vertraute Umgebung des Hundes wird meist insoweit beeinflusst, dass sie für den Hund absolut vorhersehbar wird. Auch das Aussetzen von Sonnenlicht kann den Schlafrhythmus des Hundes positiv beeinflussen. 

Eine Erhöhung an Toiletten-Möglichkeiten wird empfohlen. Dies kann die Nutzung von Windeln oder wasserdichte Bezüge bzw. Polster umfassen. Die Nutzung von Nahrungsergänzungsmitteln kann ebenfalls die Demenz bei Hunden positiv beeinflussen. Hierüber kann ein Tierarzt die beste Aufklärung bieten.

6. Wie ist die Lebenserwartung bei Demenz bei Hunden?

Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Während einige Hunde, insbesondere zu Beginn der Erkrankung, sich oft wie gewohnt verhalten, leiden einige Hunde stark unter Angstzuständen.

Mit dem Fortschreiten der Krankheit wird es für einige Hunde auch nicht mehr möglich sein z.B. selbstständig zu urinieren. Das soll bedeuten, dass die Demenz die Körperfunktionen des Körpers stark beeinträchtigen können. 

Hundebesitzer müssen individuell für sich selbst entscheiden ob Ihr Hund durch die Krankheit mittlerweile so beeinträchtigt ist, dass eine Sterbehilfe in Anspruch genommen werden soll oder nicht. Hierbei sollte demnach immer die Lebensqualität des Hundes berücksichtigt werden.

7. Was kann ich für meinen Hund tun, wenn er an Demenz leidet?

In erster Linie ist es wichtig, dass du für deinen Hund da bist und ihm viel Liebe schenkst. Für Hunde kann die Demenz sehr angsteinflößend sein. Es ist wichtig, dass dein Hund weiß, dass du ihm Sicherheit bieten kannst.

Lege außerdem Routinen für deinen Hund fest. Es kann hilfreich sein, feste Zeiten für Fütterungen, Spaziergänge und ähnliche Aktivitäten festzulegen. Biete deinem Hund tagsüber Aktivitäten bzw. Möglichkeiten zum Spielen und Trainieren an. 

Erlaube deinem Hund auch weiterhin neue Erfahrungen zu sammeln. Das Lernen von neuen Tricks und körperliche Aktivität kann ebenfalls helfen. 

Das Reduzieren von Stresssituationen und die Erhöhung von angenehmen Dingen, wie die eigene Präsenz (des Hundebesitzers), ist für die aktive Hilfe bei Demenz also am sinnvollsten.

Quellen:

https://www.bustle.com/p/9-signs-your-dog-may-be-getting-dementia-12982475

https://tractive.com/blog/en/health/dog-dementia

https://olddoghaven.org/dementia-in-senior-dogs-2/

https://www.abc.net.au/news/science/2019-09-08/dog-dementia-more-common-as-pets-live-longer/11481852

https://thebark.com/content/canine-dementia-signs-symptoms-treatments