Hund trinkt viel? Warum es wichtig ist frühzeitig zu reagieren!

Mein Hund trinkt viel! Warum ist das so? Da Hunde nicht schwitzen können, abseits ihrer Nase und ihrer Pfoten, versuchen sie ihre Körperwärme durch hecheln wieder zu senken. Wenn Hunde dabei sehr viel hecheln, verlieren sie durch Verdunstung Wasser. Durch das Trinken von Wasser möchten sie dies natürlich wieder ausgleichen.

Übermäßige Wasseraufnahme, die ohne sichtbaren Grund auftritt, kann ein Zeichen für eine Krankheit sein. Manchmal ist es dem Körper des Hundes nicht möglich den Wasserverlust zu kontrollieren. Dadurch trinkt ein Hund sehr viel.

Hund trinkt viel
Wenn dein Hund plötzlich viel trinkt kann das auf eine Krankheit deuten.

Hundefreunde und Hundebesitzer sollten sich in jedem Fall dann Sorgen machen, wenn ein Hund die gesamte Schüssel auf einmal trinkt und jedes Mal weiter trinkt, wenn er oder sie neues Wasser angeboten bekommt.

Krankhaft bedingter gesteigerter Durst wird in der Medizin im Allgemeinen auch als Polydipsie bezeichnet. Bei Hunden können verschiedene Krankheiten die Ursache für einen gesteigerten Durst sein. Übermäßiger Urinausstoß wird als Polyurie bezeichnet.

In diesem Beitrag gehen wir auf einige mögliche Ursachen warum ein Hund viel Wasser trinkt näher ein.

Inhaltsverzeichnis

1. Trinkt mein Hund wirklich zu viel?
2. Mein Hund trinkt viel Wasser – Krankheitsbilder
3. Hund trinkt sehr viel und hechelt? Auf Dehydration prüfen!
4. Dein Hund trinkt sehr viel – Was du tun kannst

1. Trinkt mein Hund wirklich zu viel?

Um abschätzen zu können, ob dein Hund wirklich zu viel Wasser trinkt, solltest du wissen wie viel ein gesunder Hund normalerweise am Tag trinkt. Hunde, die Trockenfutter essen, trinken mehr als Hunde, welche hauptsächlich Nassfutter zu sich nehmen. Zudem führen meist auch salzige Leckerlis zu einer plötzlichen, erhöhten Wasseraufnahme.

Als Richtlinie gilt, dass ein Hund zwischen 20-70 ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag trinken sollte. Welpen haben dabei meist einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf.

Um abschätzen zu können, wie viel dein Hund an Wasser wirklich trinkt, kannst du die Wasserschüssel jeden Tag zur selben Zeit mit genau der gleichen Menge an Wasser füllen.

Die verbliebene Menge an Wasser nach 24 Stunden (beziehungsweise bei mehrfachem Auffüllen des Trinknapfes über den Tag verteilt) kann dann abgezogen werden, um eine Schätzung der Wasseraufnahme deines Hundes zu erhalten.

Manche Hunde trinken generell mehr als andere Hunderassen. Hierbei handelt es sich oft um großrassige, verspielte Hunde, welche sehr aktiv sind oder sich einfach gerne mit Wasser amüsieren.

Bedenklich ist zu viel Wassertrinken dann, wenn du feststellst, dass dein Hund plötzlich mehr trinkt als zuvor.

Wenn dein Hund zu viel trinken sollte, fällt dir vielleicht auch auf, dass er häufiger am Tag uriniert. Eine übermäßige Wasseraufnahme ist in vielen Fällen häufig eine Reaktion auf übermäßigen Flüssigkeitsverlust im Urin.

2. Mein Hund trinkt viel Wasser – Krankheitsbilder

Es gibt verschiedene mögliche Krankheiten, welche die Ursache dafür sein können, warum dein Hund zu viel trinkt. Die häufigsten Krankheiten hierbei sind:

Nierenerkrankungen und Nierenversagen

Bei Nierenerkrankungen funktionieren die Nieren des Hundes nicht mehr korrekt. Dadurch können Toxine nicht mehr richtig aus den Blutbahnen herausgefiltert werden. Hierbei kommt es zu einer Störung des Wasserhaushaltes.

Nierenversagen tritt in der Regel nach der Aufnahme einer giftigen Substanz oder in Folge einer Verletzung auf. Chronisches Nierenversagen tritt eher bei älteren Hunden auf.

Die Nieren des Hundes eliminieren Stoffwechselabfälle und erzeugen Urin, welche die Stoffwechselabfälle des Hundes herausspülen.

Funktionieren die Nieren des Hundes nicht mehr, so stauen sich die Abfälle an. Dadurch steigert sich der Durst beim Hund.

Sowohl bei einer Nierenerkrankung als auch beim Nierenversagen versucht der Hund durch die übermäßige Wasseraufnahme und dem daraus resultierenden Urinieren dem Nierenversagen beziehungsweise der Nierenerkrankung entgegenzuwirken.

Dennoch werden selbst durch die Zunahme des Urins Giftstoffe nicht mehr so effizient wie vor einer Nierenerkrankung/einem Nierenversagen ausgeschieden.

Symptome für eine Nierenerkrankung/einem Nierenversagen können Lustlosigkeit oder Depressionen sein. Auch könnte es sein, dass ein Hund nichts mehr frisst beziehungsweise kaum Appetit besitzt.

Lebererkrankung und Leberversagen

Ähnlich wie bei einer Nierenerkrankung trinken Hunde bei einer Lebererkrankung mehr, um zu verhindern, dass sich Giftstoffe in ihrem Blut ansammeln. Bei einer Lebererkrankung kann die Leber entsprechende Giftstoffe gar nicht oder nur noch ungenügend aufnehmen.

Symptome für eine Lebererkrankung können Gelbsucht sein. Dies äußert sich in gelblichen Verfärbungen der Augen, der Zähne oder des Zahnfleisches. Auch Gewichtsverlust, Erbrechen oder Durchfall sind ebenfalls mögliche Symptome.

Durch einen Aszites, einer Flüssigkeitsansammlung am Bauch, kann es auch zu einer Gewichtszunahme kommen.

Hund trinkt viel
Du solltest niemals die Wasserzufuhr deines Hundes begrenzen, auch wenn dein Hund viel trinken sollte!

Diabetes

Die häufigere Form von Diabetes, an die ein Hund erkranken kann, ist Diabetes mellitus. Eine seltenere Form, welche aber ebenfalls mit Polydipsie und Polyurie zusammenhängen kann, ist Diabetes insipidus.

Diabetes mellitus, auch bekannt als Zuckerdiabetes, tritt auf, wenn der Körper des Hundes Schwierigkeiten besitzt die entsprechend erforderlichen Glukose- und Insulinwerte zu verbinden.

Durch die resultierenden Veränderungen im Wasser- und Mineralhaushalt des Hundes, treten eben Symptome wie erhöhter Durst oder erhöhter Harndrang auf.

Ein an Diabetes erkrankter Hund kann auch lethargisch beziehungsweise „schlapp“ wirken. Auch ein süßlicher Atem, Hautinfektionen oder Erbrechen können weitere Symptome für Diabetes sein.

Nebennierenhormonkrankheit

Eine übermäßige Wasserzufuhr kann auch durch eine Nebennierenhormonkrankheiten wie z.B. Morbus Cushing (übermäßige Cortisolproduktion) oder Morbus Addison (Cortisolmangel) ausgelöst werden. Die häufigere Form hierbei ist Morbus Cushing.

Morbus Cushing entsteht meist durch ein ungewöhnliches Wachstum von Gewebe oder einem Trauma in der Hypophyse oder den Nebennieren.

Hyperkalzämie

Bei der Hyperkalzämie handelt es sich um einen erhöhten Kalziumspiegel im Körper des Hundes. Die Nieren versuchen dem erhöhten Kalziumspiegel entgegenzuwirken und diese durch den Urin des Hundes auszuscheiden.

Langfristig kann ein erhöhter Kalziumaufbau zu Nierenversagen führen. Ursachen für eine Hyperkalzämie können zum Beispiel Tumore, Morbus Addison oder Vitamin D Vergiftungen sein.

Symptome bei einer Hyperkalzämie können Appetitlosigkeit, Erbrechen, Verstopfung und Lethargie sein.

Psychogene Polydipsie

Ein weiterer, seltener Grund könnte eine psychogene Polydipsie sein. Dies beschreibt das übermäßige Trinken von Wasser, welches sich nicht auf eine Krankheit zurückführen lässt, sondern psychisch bedingt ist.

Eine psychogene Polydipsie kann unter anderem bei gelangweilten Welpen oder wasserverliebten Hunderassen auftreten. Auch bei Hunden, welche um Ressourcen mit anderen Hunden konkurrieren oder bei Hunden, die gestresst sind, kann eine psychogene Polydipsie auftreten.

Hierbei kann es schwierig für den Tierarzt sein eine psychogene Polydipsie überhaupt festzustellen.

Einnahme von Medikamenten

Nebenwirkungen von Medikamenten wie z.B. kortikale Steroide, Diuretika oder Prednison können ein Grund für eine erhöhte Wasseraufnahme bei deinem Hund sein.

Sieh bei den aufgelisteten Nebenwirkungen des entsprechenden Medikamentes nach, um zu sehen, ob eine erhöhte Wasseraufnahme mit der Einnahme des Medikamentes zusammenhängen könnte.

Wässriger Durchfall, übermäßiges Keuchen oder Blutverlust sind ebenfalls Gründe für übermäßiges Trinken. Bei älteren Hunden können Harnunfälle auch mit einer kognitiven Dysfunktion oder Demenz zusammenhängen.

Bei nicht kastrierten Hündinnen könnte auch eine Pyometra, also eine Gebärmuttervereiterung, Grund für übermäßiges Wassertrinken sein. Ebenfalls kann ein Hund auch schlichtweg an Dehydration leiden.

3. Hund trinkt sehr viel und hechelt? Auf Dehydration prüfen!

Dehydration ist ein häufiger Grund für eine übermäßige Wasseraufnahme. Eine Dehydration ist ein gefährlicher und auch lebensbedrohlicher Zustand, insbesondere bei älteren Hunden.

Du kannst Zuhause überprüfen ob dein Hund an Dehydration leidet. Greife hierbei nach dem Fell im Nacken deines Hundes und lasse es dann wieder los. Wenn das Fell wieder flach wird, ist dein Hund womöglich nicht dehydriert.

Wenn das Fell deines Hundes aber quasi „stehen bleibt“, nachdem du es losgelassen hast, könnte dein Hund an Dehydration leiden. In diesem Fall solltest du sofort einen Tierarzt kontaktieren und ihn von deinen Sorgen bezüglich deines Hundes in Kenntnis setzen.

4. Dein Hund trinkt sehr viel – Was du tun kannst

Im ersten Schritt solltest du auf gar keinen Fall den Zugang zu Wasser für deinen Hund beschränken, damit dieser nicht mehr so viel trinkt.

Dein Hund trinkt meist sehr viel Wasser um den Flüssigkeitsverlust in seinem Körper auszugleichen – dementsprechend kann eine Wasserbeschränkung zu Dehydration und Flüssigkeitsstörungen führen und somit die Bedingungen verschlechtern.

Prüfe demnach, ob dein Hund immer Zugang zu frischem Wasser hat. Insbesondere an sehr warmen Tagen oder nach langer, sportlicher Aktivität hat dein Hund wahrscheinlich viel Durst. Wenn eine Ernährungsumstellung vorlag, könnte auch diese ein Indikator für den erhöhten Durst deines Hundes sein.

Du solltest das Problem definitiv nicht ignorieren und einen Termin mit einem Tierarzt ausmachen. Hierbei hilft es auch wenn du dich auf den Tierarzttermin gut vorbereitest. Notiere dir unter anderem die Gewohnheiten deines Hundes:

  • Zu welchen Zeiten trinkt dein Hund?
  • Wann lässt dein Hund Wasser ab?
  • Gab es Änderungen im Verhalten deines Hundes?
  • Wann und was isst dein Hund? (Neben dem Hauptfutter auch entsprechende Leckerlies notieren!)
  • Gab es irgendwelche Änderungen im Zeitplan (andere Gassizeiten etc.)?

Frage auch beim Tierarzt nach, ob eine Urinprobe abgegeben werden muss. So kannst du eventuell die Urinprobe deines Hundes direkt beim ersten Termin abgeben, statt zu einem späteren Zeitpunkt.

Je nachdem welche Vermutungen dein Tierarzt hat, kann ein Bluttest durchgeführt, ein Urintest abgegeben oder auch ein Ultraschall durchgeführt werden.

Sei dir darüber im Klaren, dass für die meisten Krankheiten, welche mit übermäßigem Wassertrinken in Verbindung gebracht werden, erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten existieren. Die Schwierigkeit besteht vielmehr darin, die richtige Diagnose für deinen Hund zu treffen.

Quellen:

[1] http://www.pethealthnetwork.com/dog-health/dog-diseases-conditions-a-z/my-dog-drinking-a-lot-water-polydipsia

[2] https://www.thesprucepets.com/senior-dog-drinking-lots-of-water-3384558

[3] https://www.petmd.com/dog/conditions/why-my-dog-drinking-so-much-water

[4] https://wagwalking.com/symptom/why-is-my-dog-drinking-a-lot-of-water

[5] https://pethelpful.com/dogs/Causes-of-Increased-Drinking-in-Dogs