Knochenkrebs beim Hund – Diagnose und Lebenserwartung

Knochenkrebs beim Hund, im Allgemeinen auch als Osteosarkom bekannt, ist eine Erkrankung, die zwar behandelbar ist, jedoch nicht heilbar. Knochenkrebs beschreibt das bösartige Wachstum von unreifen Knochenzellen. 

Knochenkrebs Hund
Knochenkrebs bei Hunden ist leider eine schmerzvolle Krankheit.

90 % der Hunde haben bei der Diagnose Knochenkrebs bereits eine Metastasierung vorliegen. Das bedeutet, dass sich der Krebs bei der Diagnose bereits auf andere Körperteile, wie beispielsweise der Lunge, ausgebreitet hat. 

Hierbei handelt es sich meistens um Mikrometastase, also Ausbreitungen, die optisch nicht nachgewiesen werden können, da sie zu diesem Zeitpunkt noch zu klein sind.

Inhaltsverzeichnis

1. Wodurch entsteht dieser Knochentumor?
2. Verlauf von Osteosarkom beim Hund
3. Symptome bei Hunden
4. Diagnose bei Knochenkrebs
5. Wie ist die Behandlung bei Knochenkrebs?
6. Knochenkrebs bei Hunden: Zur Lebenserwartung

1. Wodurch entsteht dieser Knochentumor?

Die genaue Ursache von Osteosarkom ist nicht bekannt. Jedoch wurde festgestellt, dass es einige Faktoren gibt, bei denen Hunde eher von dieser Form des Knochenkrebses betroffen sind als andere. Osteosarkom ist am häufigsten anzutreffen bei:

  • Großen Hunderassen
  • Rüden
  • Jungen Hunden bis 2 Jahre oder älteren Hunden zwischen 7 und 9 Jahren
  • Hunden mit Implantaten

Rassen mit einer Veranlagung zu Knochenkrebs sind beispielsweise:

  • Boxer 
  • Dobermänner
  • Golden Retriever
  • Deutsche Schäferhunde
  • Windhunde
  • Weimaraner
  • Deutsche Doggen 

Das Risiko für Knochenkrebs erhöht sich mit zunehmendem Alter nicht.

2. Verlauf von Osteosarkom beim Hund

Der Knochenkrebs beim Hund entwickelt sich in den meisten Fällen in den Beinknochen. Neben der Bildung von Osteosarkom in den Vorderbeinen oder auch in den Hinterbeinen, sind der Kiefer des Hundes, die Gesichtsknochen, die Rippen, die Hüften, der Becken sowie die Wirbel des Hundes mögliche Orte an denen sich Osteosarkom bilden kann.

Die auftretenden Symptome variieren je nachdem welche Knochen betroffen sind. Hundebesitzer stellen in der Regel oft Lahmheit bzw. bei den Beinen auch ein Hinken und starke Schmerzen bei ihrem Hund fest. Im frühen Stadium der Krankheit können Symptome auch gar nicht bzw. nur sehr leicht auftreten. Eine ausführlichere Liste an Symptomen ist weiter unten aufgelistet.

Je nachdem wie weit sich die Erkrankung ausbreitet innerhalb des Körpers, können weitere gesundheitliche Probleme auftreten wie z.B. Atemnot. Da es sich bei diesem Knochentumor um eine sehr aggressive Form von Krebs handelt, kann sich der Zustand des Hundes innerhalb kurzer Zeit sehr verschlechtern. 

3. Symptome bei Hunden

Mögliche Symptome bei Hunden mit Osteosarkom können sein:

  • Lahmheit
  • (Starke) Schmerzen
  • Schwellung an der betroffenen Stelle
  • Lethargie bzw. Abgeschlagenheit
  • Plötzlicher Knochenbruch
  • Atemstörung
  • Appetitlosigkeit 
  • Nasenausfluss
  • Geschwollener Kiefer

4. Diagnose bei Knochenkrebs

Bei der Diagnose von Knochenkrebs werden häufig körperliche Untersuchungsergebnisse und Röntgenaufnahmen genutzt, um eine Diagnose zu stellen. Damit werden oft andere mögliche Ursachen, die z.B. für eine Lahmheit möglich wären, ausgeschlossen.

Auffällig bei Osteosarkomen ist, dass die betroffenen Regionen “zerfressen” scheinen. Das bedeutet, dass meistens Knochenstücke sichtbar fehlen. Dies muss zum Zeitpunkt der Diagnose jedoch nicht zwangsläufig der Fall sein.

Eine endgültige Diagnose für Knochenkrebs ist nur mit einer Biopsie möglich. Hierbei kann eine mögliche Fehldiagnose vollständig ausgeschlossen werden.

5. Wie ist die Behandlung bei Knochenkrebs?

In erster Linie konzentriert sich die Behandlung bei Knochenkrebs auf zwei wesentliche Punkte: Linderung der starken Knochenschmerzen und Verlangsamung der Metastasierung.

Um die Knochenschmerzen zu lindern, wird die betroffene Stelle beim Hund in aller Regel amputiert. Hierbei können nach der Amputation auch Physiotherapie oder Massagen helfen. 

Um die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen folgt nach der Amputation meist eine Chemotherapie. Eine Chemotherapie erfolgt nur dann, wenn der Primärtumor durch eine Operation überhaupt entfernt werden kann.

Pflanzliche oder alternative Behandlungen sind bei Knochenkrebs in der Regel unwirksam.

6. Knochenkrebs bei Hunden: Zur Lebenserwartung

Wenn Knochenkrebs bei Hunden nach den aktuellen Behandlungsstandards behandelt wird, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung bei einem Jahr (bei 50% der Fälle). Etwa 25% der Fälle lebt länger als 2 Jahre. 

Hierbei ist es für Hunde auch möglich 5 bis 6 Jahre nach der Diagnose weiterleben zu können. Die Prognose hängt dabei immer von mehreren Faktoren ab, wie etwa ob sich der Knochenkrebs bereits ausgebreitet hat oder wo das Osteosarkom aufgetreten ist. 

Hierbei haben Hunde, bei denen das Osteosarkom im Unterkiefer oder an der Schulter aufgetreten ist, eine bessere Prognose als Tumore im Schädel oder an der Wirbelsäule. Je größer der Tumor ist, desto schlechter ist auch die Prognose für den Hund. Dies gilt ebenfalls für das Alter des Hundes – je jünger der Hund ist, desto schlechter fällt die Prognose aus.

Wird Knochenkrebs beim Hund nicht behandelt, so führt er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zu einem schmerzvollen Tod. Erhält der Hund beispielsweise nur Schmerzmittel, so liegt die durchschnittliche Lebensdauer bei nur noch 1 bis 2 Monaten.

Einige Hundebesitzer entscheiden sich auch gegen eine Behandlung von Knochenkrebs und für das Einschläfern des Hundes, um ihm oder ihr weiteres Leid zu ersparen.

Ob eine Behandlung oder das Einschläfern des Hundes das Richtige ist, lässt sich pauschal nicht beantworten. Hier müssen immer die individuellen Faktoren des Hundes und der Krankheit miteinbezogen werden. Der Rat eines vertrauensvollen Tierarztes ist in diesem Fall zu empfehlen.

Quellen:

https://www.akcchf.org/canine-health/your-dogs-health/bone-cancer-in-dogs.html

https://wvrc.com/veterinary-specialties/veterinary-oncology-wi/bone-cancer-osteosarcoma-dogs/

https://dogtime.com/dog-health/canine-cancer/57105-bone-cancer-dogs-symptoms-causes-treatments

https://www.morrisanimalfoundation.org/article/osteosarcoma-deadly-bone-tumor-dogs

https://vcahospitals.com/know-your-pet/osteosarcoma-in-dogs