Patellaluxation beim Hund – Alles Wichtige im Überblick

Eine Patellaluxation beim Hund kann infolge eines Traumas oder durch angeborene Anomalien auftreten. Das Durchschnittsalter der Diagnose bei Hunden liegt zwischen 2 und 5 Jahren.

Patellaluxation Hund
Eine Patellaluxation beim Hund kann in unterschiedlichen Schweregrade auftreten.

Eine Patellaluxation kann sowohl bei einem Hinterbein als auch bei beiden Hinterbeinen auftreten. In diesem Beitrag wollen wir dir alles Wichtige zu diesem Thema erklären.

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist eine Patellaluxation?
2. Welche Hunderassen sind am häufigsten von einer Patellaluxation betroffen?
3. Die Grade der Patellaluxation bei Hunden
4. Symptome bei der Patellaluxation
5. Behandlung einer Patellaluxation
6. Eine OP bei Patellaluxation ja oder nein?
7. Prognose einer Operation
8. Vorbeugen einer Patellaluxation
9. Übungen bei einer Patellaluxation
Zusammenfassung

1. Was ist eine Patellaluxation?

Eine Patellaluxation beschreibt bei einem Hund eine Deformität, bei der die Kniescheibe sich von einer Seite zur anderen Seite bewegt. Die Kniescheibe bewegt sich also aus ihrer normalen Position heraus.

Dabei kann die Kniescheibe einerseits wieder hinein als auch wieder hinausspringen oder in anderen Fällen einfach komplett herausspringen und nicht wieder an ihre ursprüngliche Position zurückkehren.  

2. Welche Hunderassen sind am häufigsten von einer Patellaluxation betroffen?

Hunderassen mit einer genetischen Veranlagung für eine Patellaluxation sind meistens kleine Hunderassen wie Malteser, Chihuahua, Yorkshire Terrier und ähnliche Hunderassen.

Hunderassen, welche für diesen Zustand anfällig sind z.b. infolge eines Traumas sind meistens große Hunderassen wie Golden Retriever, Boxer oder auch Huskys. 

3. Die Grade der Patellaluxation bei Hunden

Die Schwere der Patellaluxation wird bei Hunden in unterschiedliche Grade eingeteilt. Nachfolgend listen wir dir die vier verschiedenen Grade der Patellaluxation bei Hunden auf: 

Grad 1: In Grad 1 springt die Kniescheibe leicht heraus, aber springt wieder von selbst zurück. Grad 1 tritt am häufigsten bei kleinen Hunderassen wie Yorkshire Terriern auf und wird oft zufällig bei einer Röntgenuntersuchung entdeckt. Bei Grad 1 der Patellaluxation haben Hunde in der Regel keine Schmerzen.

Hier ist es möglich die Kniescheibe an die richtige Stelle wieder zu massieren. Da Grad 1 der leichteste Grad der vorhandenen Grade der Patellaluxation ist, ist es auch möglich, eine Verschlimmerung des Grades weitestgehend zu verhindern, sofern sich dem Problem schnellstmöglichst angenommen wird.

Grad 2: Bei Grad 2 der Patellaluxation springt die Kniescheibe häufiger beim betroffenen Bein heraus. Dadurch kann es sein, dass der Hund das Bein gelegentlich hochhält. Durch das ständige heraus- und wieder hineinrutschen der Kniescheibe kann es im Laufe der Zeit zu einem Trauma an der Kniescheibe kommen.

Grad 3: In Grad 3 ist die Kniescheibe die meiste Zeit über herausgerutscht. Der Unterschenkelknochen am betroffenen Bein ist dabei mäßig verdreht. Einigen Hunden ist es dabei dennoch möglich das Bein zu benutzen, jedoch ist meistens eine abnormale Haltung des Beines erkennbar.

Grad 4: Grad 4 der Patellaluxation bei Hunden ist der schwerste Grad. Bei diesem Grad ist die Kniescheibe permanent außerhalb seiner ursprünglichen Position. Der Unterschenkelknochen ist dabei stark verdreht. Betroffene Hunde halten das Bein normalerweise hoch.

4. Symptome bei der Patellaluxation

Die Symptome bei einem Hund unterscheiden sich je nach Grad. Häufige Symptome hierbei sind:

  • das betroffene Bein wird hochgehalten
  • das Bein kann belastet werden, aber nur in einem ungewöhnlichen Winkel bzw. in einer ungewöhnlichen Haltung
  • der Hund kann Schmerzen am Knie haben
  • der Hund kann bei Schmerzen weinen, sich am Knie lecken, hinken oder in irgendeiner Weise eine andere Art von Betroffenheit am Bein zeigen
  • du hörst beim Gehen des Hundes ein “klicken” bzw. ein “knallen”

5. Behandlung einer Patellaluxation

Je nach Schweregrad der Patellaluxation, ist es möglich, dass dein Tierarzt dir die Möglichkeit einer Operation anbietet. Bei Grad 1 und auch bei einem leichten Grad 2 ist eine Operation nicht zwingend notwendig.

Wenn dein Hund jedoch deutliche Schmerzen bzw. Schwierigkeiten beim Gehen hat, dann solltest du dich über die Möglichkeit einer Operation von deinem Tierarzt beraten lassen. 

Weitere Möglichkeiten zur Behandlung neben einer Operation sind etwa Gelenkzusätze, Medikamente oder auch Nahrungsergänzungsmittel (z.B. Vitamin C, Vitamin E, Glykosaminoglykane etc.). Nahrungsergänzungsmittel helfen hierbei den Knorpel gesund zu erhalten und somit die Entzündungen am Gelenk bzw. an der Kniescheibe zu verringern.

Beachte hierbei bitte das Nahrungsergänzungsmittel die Qualität und die Gesundheit des Gelenks zwar verbessern können aber selbstverständlich nie die Anatomie des Beines deines Hundes verändern können.

6. Eine OP bei Patellaluxation ja oder nein?

Viele Hundehalter fragen sich natürlich, ob sie zwingend Ihren Hund operieren müssen oder ob nicht eine alternative Behandlung möglich wäre. Bei Hunden mit Grad 1 und manchmal auch bei Hunden mit Grad 2 ist eine OP wie oben bereits erwähnt nicht zwingend notwendig.

Hier können also nicht chirurgische Maßnahmen helfen. Beispielsweise kannst du dir von deinem Tierarzt bei einer sehr milden Patellaluxation zeigen lassen, wie du selbst die Kniescheibe deines Hundes wieder einrasten kannst.

Bei Hunden, bei denen Grad 3 oder Grad 4 festgestellt wurde, ist eine Operation jedoch meistens notwendig. Das liegt daran, dass diese Hunde bereits deutliche Schmerzen und Schwierigkeiten mit ihren Kniescheiben aufweisen.

Hier würden wir dir also keine alternativen Behandlungsmethoden empfehlen, da es dabei eigentlich nur zu einer Verzögerung der Operation kommt und Heilungschancen somit verringert werden. Wie immer gilt auch hier, dass du dich natürlich für eine finale Entscheidung ausführlich bei deinem Tierarzt beraten lassen solltest. 

Die Kosten einer OP hängen dabei immer von der Schwere des Knies ab bzw. welche Art von OP überhaupt notwendig wäre. Bei Welpen und jungen Erwachsenen kann eine Operation empfohlen werden, um den späteren Verschleiß des Gelenks bereits im jungen Alter zu reduzieren. 

7. Prognose einer Operation

Die Prognose für einen chirurgischen Eingriff bei einer Patellaluxation sind gut bis sehr gut. Dinge wie Übergewicht, das Alter des Hundes, bereits vorhandene Vorerkrankungen, der Grad der Patellaluxation und ähnliche Umstände setzen dem Hund einem höheren Risiko aus.

Ebenfalls ist es auch möglich, dass eine Patellaluxation erneut nach einer chirurgischen Operation auftreten kann. Dies ist ebenfalls abhängig vom Grad der Patellaluxation, das heißt je schwerer der Grad ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Patellaluxation nach einer OP erneut vorkommen kann. 

8. Vorbeugen einer Patellaluxation

Hunde, bei denen eine Patellaluxation auftritt, erhalten diese meistens erblich bedingt. Das bedeutet, dass, wenn du nicht gerade züchten solltest, eine Patellaluxation meistens nicht vermeidbar ist bzw. nicht aktiv vorgebeugt werden kann.

Was natürlich beachtet werden kann, ist, dass bei einer Patellaluxation es hilfreich ist, wenn die Gelenke geschützt werden bzw. nicht so stark belastet werden. Dabei ist es wichtig beispielsweise auf das Gewicht des Hundes zu achten, da Übergewicht zu mehr Druck auf den Gelenken führt. Auch eine gute Ernährung und regelmäßige Bewegung kann bei einer Patellaluxation hilfreich sein.

Weitere Maßnahmen bei einer Patellaluxation sollten z.B. sein den Hund die Treppen hoch und runter zu tragen, Stress zu reduzieren und allgemein die Gelenke des Hundes zu schonen.

9. Übungen bei einer Patellaluxation

Die Übungen bei einer Patellaluxation sollten sich darauf konzentrieren die Hinterbeine des Hundes zu verstärken. Nachfolgend findest du eine Übersicht an Übungsvorschlägen für deinen Hund: 

  • Wechsel von Sitz in eine Standhaltung
  • Den Hund “kriechen” lassen
  • Kontrolliertes Treppensteigen / Bergauf gehen
  • Schwimmen gehen und Unterwasserlaufbänder
  • Seitentritte

Zusammenfassung

Während es Hunde gibt, die ein Leben lang “unbeschwert” mit einer Patellaluxation leben können, ist bei anderen Hunden, insbesondere bei einem schweren Grad der Krankheit, eine Operation meistens unvermeidbar. Lass dich hierbei ausgiebig von einem Tierarzt deines Vertrauens beraten. 

Quellen:

https://www.thesprucepets.com/luxating-patella-in-dogs-4628140

https://pethelpful.com/dogs/how-to-fix-a-trick-knee-on-a-dog

https://todaysveterinarynurse.com/articles/luxating-patellas-pathology-and-treatment-options/

https://vcahospitals.com/know-your-pet/luxating-patella-in-dogs

https://www.dogsnaturallymagazine.com/treatment-options-for-the-luxating-patella/